Was, Ihr wollt wirklich noch mehr wissen ?

Also gut, dann erzähle ich mal:

ich Ich war ein sehr ruhiges Kind.
schultüte mit mir
Als ich sechs Jahre alt war, war ich viel krank, deshalb musste ich das erste Schuljahr wiederholen und bekam zum zweiten Mal eine Schultüte.

Ob das Foto vom ersten oder vom zweiten Mal ist, weiß ich nicht mehr.

Für die Hausaufgaben brauchte ich immer etwas länger, weil ich gerne mit den Sachen auf meinem Schreibtisch herumspielte.

Es dauerte viele Jahre, bis ich auf die Idee kam, das Herumspielen mit Sachen zu meinem Beruf zu machen.

kram etc.
Die Faszination für das Puppentheater wurde früh durch Sesamstraße und die Muppet Show geweckt, aber auf die ernsthafte Beschäftigung mit Puppentheater kam ich erst später. Ansonsten war alles spannend, was mit Humor zu tun hatte. Von "Nonstop Nonsense", "Klimbim", Otto und Bud Spencer, arbeitetete ich mich langsam vor zu Loriot und Monty Python. Dann kamen Kleinkünstler und Liedermacher dazu, wie Herman von Veen, Konstantin Wecker, Hannes Wader...und nicht zu vergessen H. D. Hüsch! Irgendwann traute ich mich selbst auf die Bühne (siehe Foto).

Mein weiterer Weg führte dann doch zuerst über die bildende Kunst. Ich studierte Kunst und Bildhauerei. Das Theater verlor ich aber nie aus dem Blick und beschäftigte mich immer nebenher damit. Hatte ich überhaupt das richtige Studienfach gewählt?

Dann war ich vier Jahre lang Lehrer für Kunst und Werken, mit wechselhafter Freude an der Arbeit.

bewegungstheater (ausdrucksstark)
Ich, anno 1988 beim Bewegungstheater (ich bin der, der sich so unglaublich ausdrucksstark nach oben reckt)

Wäre übrigens interessant zu wissen, wie viele Kleinkünstler früher mal Lehrer waren oder werden wollten oder wie viele Lehrer verhinderte Kleinkünstler sind. Ich wüßte da schon einige. (Solln wir mal`ne Selbsthilfegruppe machen?)

Lieber Kleinkünstler als kein Künstler - aber auch Lehrer können Künstler sein.

Jedenfalls, als ich beschloss kein Lehrer mehr zu sein, kamen all die Ideen zu mir, die bis dahin im Dunklen dahinvegetiert hatten und wollten, dass ich was mit ihnen anfange, und also wurde "Objektcomedy" geboren, (inzwischen nenne ich es lieber Objekt-Komik-Theater).

Das Programm "Sachen Suchen" hatte im Oktober 2001 Premiere in Bad Mergentheim.

Meine "Karriere" als Komiker begann vielversprechend. Ich wurde bald nach meinem coming out mit "Sachen Suchen" auf verschiedene Wettbewerbe eingeladen. Den "Neulings-Kleinkunstnagel" Wien hatte ich nur knapp nicht gewonnen und fuhr weiter hoffnungsvoll nach München zum "Kabarett Kaktus", nach Chemnitz zu "Fette Engel" und nach Dortmund zum "Pokcal" und auch zum Nightwash Casting. Ich kam fast überall gut an und beim "Kleinkunstnagel" und beim "Kabarett Kaktus" durfte ich ein paar Jahre später erneut antreten, aber mit der Zeit wurde klar: Nicht gewonnene Wettbewerbe bringen eben auch nicht viel weiter und mein Programm "Sachen Suchen" war irgendwie zwischen allen Stühlen, weder Comedy noch reines Maskentheater... wo sollte man da eine Niesche finden. Da "Sachen Suchen" ja eh sowas wie Kindertheater für Erwachsene war, machte ich in diese Richtung weiter und so entstanden nacheinander die Kinderprogramme "Ein Clown im Karton", "Mama Muh und der Kletterbaum" und "Steinsuppe". Inzwischen weiß ich Kinder als Publikum sehr zu schätzen aber ich habe dem Theater für Erwachsene nicht ganz den Rücken gekehrt und in der Schublade sammeln sich so einige Ideen an und gären vor sich hin, die sicher eines Tages auch wieder zu Programmen werden. Bestimmt wird da ein Puppentheater für Erwachsene dabei sein. Zu "Schlimmes Ende" kommen ja eh schon oft mehr Erwachsene als Kinder - lassen wir uns überraschen. Und dann gibt es ja auch immer die bildende Kunst, sich im Idealfall mit der darstellenden verbindet aber mich auch gerne mal vom Theater ablenkt, wenn es sich um Kaleidoskope, Skulpturen oder skulpturale Geräte handelt. So springe ich im Zwischenbereich von Theater, Kunst und Technik hin und her und frage mich manchmal, wo meine Zeit bleibt - kein Wunder! Ach ja, und mein Schreibtisch ist immer noch unordentlich.

Danksagung (Ist zwar auf Homepages nicht üblich, ich mach´s aber trotzdem)
lethargie & langeweile
Ich möchte an dieser Stelle meinem älteren Bruder Norbert danken, denn er war seit frühster Jugend für mich eine Quelle der Inspiration.

Zur großen Freude unserer Eltern waren wir immer sehr kreativ, so haben wir z.B. durch geschicktes Umgruppieren der Möbel das Wohnzimmer zeitweise in ein Raumschiff verwandelt.

Die Bilder sind ein Ausschnitt aus der Mysteriendrama-Foto-Story: "die Langeweile besucht die Lethargie".

prost...
Danken möchte ich natürlich meiner Frau Ulrike, die mich bei allen künstlerischen und unkünstlerischen Eskapaden unterstützt hat und auch meinen Kindern, die das ganze geduldig aushalten.
Zum Schluss möchte ich noch Soni und Stefan danken, dass sie mir ihre alte Hundekotschaufel vermacht haben - sie ist jetzt ein Königszepter.
kotschaufel - jetzt königs-schaufel
- Und natürlich Dank an all diejenigen Freunde, die mich unterstützen und die ich hier nicht extra erwähnt habe!